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Warum das Sparbuch als Vorsorge die Schulnote 5 bekommt

Das Sparbuch hat in Österreich eine lange Tradition. Viele verbinden es mit Sicherheit und Verlässlichkeit – schließlich wurde das erste Sparbuch bereits im 19. Jahrhundert eingeführt.

Doch die Zeiten haben sich geändert und in Sachen Altersvorsorge oder langfristigen Vermögensaufbau ist das Sparbuch heute keine gute Wahl mehr. Warum? Hier sind die wichtigsten Gründe, warum das Sparbuch die Schulnote 5 verdient.

 

1. Geringe Zinsen und hohe Inflation

Ein großer Nachteil des Sparbuchs sind die oftmals niedrigen Zinsen. Die meisten Sparbücher bieten heute eine Verzinsung, die weit unter der Inflationsrate liegt. Was bedeutet das für dich? Dein Geld verliert über die Jahre an Kaufkraft, da die Preise für Waren und Dienstleistungen schneller steigen, als die Zinsen dies ausgleichen können.

Beispiel: Wenn dein Sparbuch einen Zinssatz von 0,5 % bietet, aber die Inflationsrate bei 3 % liegt, verlierst du effektiv 2,5 % pro Jahr an Kaufkraft. Auf lange Sicht summieren sich diese Verluste erheblich – gerade bei der langfristigen Vorsorge ein echtes Problem.

 

2. Keine Chance auf Rendite

Das Sparbuch gilt zwar als sicher, bietet jedoch keinerlei Möglichkeiten, von positiven Entwicklungen am Kapitalmarkt zu profitieren. Anlageformen
wie ETFs, Aktien oder Fonds können langfristig deutlich höhere Erträge liefern.

Studien zeigen, dass breit gestreute Aktieninvestments über Jahrzehnte hinweg durchschnittlich eine Rendite von 6 – 8 % pro Jahr erwirtschaften. Im Vergleich dazu bleibt das Sparbuch weit abgeschlagen.

Der bekannteste Index der Welt, der MSCI World, zeigt auf dem folgenden Bild die Performance der letzten 50 Jahre. Mit einem langfristigen Anlagehorizont ausgestattet und allen Krisen zum Trotz hat der MSCI World eine Rendite, inklusive Abzug der Gebühren, von 7,2 % jährlich erwirtschaftet. 

Bei den Gewinnen ist der steuerliche Aspekt mit ein zu berechnen. Beim Verkauf dieser Anteile sind die steuerlichen Abzüge noch nicht berücksichtigt. Es fällt die Kapitalertragssteuer (KESt) von 27,5% an.

 

3. Steuerliche Nachteile

Die Zinsen auf Sparbücher unterliegen ebenfalls der KESt in Höhe von 25 %. Angesichts der ohnehin geringen Zinsen bleibt dir am Ende kaum ein echter Gewinn übrig. Im Gegensatz dazu bieten manche Vorsorgeprodukte steuerliche Vorteile, die langfristig erheblich zum Vermögensaufbau beitragen können.

Welche Alternativen gibt es?

Wenn du dein Geld langfristig vermehren möchtest, solltest du Alternativen zum Sparbuch in Betracht ziehen:

  • ETFs und Fonds: Diese ermöglichen es dir, breit gestreut in verschiedene Wertpapiere zu investieren. Sie sind ideal für langfristigen Vermögensaufbau. 

  • Altersvorsorgeprodukte: Versicherungen, wie die private Rentenversicherung, bieten planbare Beiträge und steuerliche Vorteile. 

  • Immobilieninvestments: Eine Investition in Immobilien ist ebenfalls eine Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen – erfordert jedoch eine höhere Kapitalbasis. 


 

Warum viele trotzdem am Sparbuch festhalten 

Trotz der Nachteile bleibt das Sparbuch für viele Menschen eine beliebte Anlageform. Warum? Einer der Hauptgründe ist die emotionale Bindung: Das Sparbuch vermittelt ein Gefühl von Sicherheit, weil das Geld „greifbar“ erscheint. Doch gerade für die Altersvorsorge oder den langfristigen Vermögensaufbau ist es wichtig, Alternativen zu wählen, die echte Chancen auf Wachstum bieten. 

Fazit 


Das Sparbuch mag für kurzfristige Rücklagen wie einen Notgroschen sinnvoll sein, doch für die Vorsorge oder den Vermögensaufbau ist es schlichtweg ungeeignet. Niedrige
Zinsen, Inflationsverluste und fehlende Renditechancen machen es zur schwächsten Wahl für langfristige Finanzziele. 

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[1] Bildquelle:
Dividendenadel.de (2023): www.dividendenadel.de/msci-world-renditedreieck/ 

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