Das Risiko Einzelaktie: Warum du als Anleger:in breit streuen solltest
Wenn du in eine Einzelaktie investierst, hängst du dein gesamtes Kapital an genau ein Unternehmen. Deine Rendite, dein Risiko, alles ist davon abhängig, wie sich diese eine Firma entwickelt. Gerät sie in Schwierigkeiten, kann dein Investment dramatisch an Wert verlieren oder komplett verschwinden.
Ein klassisches Beispiel ist Wirecard. Noch kurz vor dem Zusammenbruch 2020 war das Unternehmen im DAX, gefeiert als deutsches Tech-Wunder. Viele Privatanleger:innen glaubten an den Erfolg und verloren ihr gesamtes Investment. Dabei ist Wirecard bei Weitem kein Einzelfall. Auch bei der Commerzbank, die vor der Finanzkrise 2007 bei über 300 Euro notierte und heute bei etwa 20 Euro steht, haben viele ihre Verluste nie wieder aufgeholt. Oder erinnerst du dich an Kodak, den Foto-Riesen, der von der Digitalisierung überrollt wurde? Oder an Nokia, einst Weltmarktführer im Handy-Segment, heute weitgehend irrelevant im Smartphone-Markt?
Wenn du alles auf eine Karte setzt, kannst du gewinnen. Du kannst aber eben auch alles verlieren. Deshalb ist Diversifikation so wichtig. Indem du dein Geld breit streust, also auf viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder verteilst, reduzierst du das Risiko erheblich. Du setzt nicht mehr auf ein einzelnes Unternehmen, sondern auf die gesamte Wirtschaft.
Ein ETF auf den MSCI World zum Beispiel investiert automatisch in über 1.500 Unternehmen weltweit, von den USA über Europa bis nach Asien. Wenn eines dieser Unternehmen schwächelt, gleichen die anderen es oft aus. So bleibt dein Portfolio stabiler, selbst in schwierigen Zeiten.
Ein gutes Beispiel dafür war das Jahr 2022: Meta (Facebook) verlor über 60 % seines Börsenwerts. Gleichzeitig hielten sich Konzerne wie Apple oder Microsoft deutlich besser. Hättest du nur auf Meta gesetzt, wäre dein Portfolio stark eingebrochen. Mit einem breit gestreuten ETF hättest du solche Verluste abfedern können.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Emotionen. Wenn du in Einzelaktien investierst, bist du oft emotional stark gebunden. Insbesondere, wenn du ein Unternehmen persönlich toll findest. Vielleicht nutzt du Netflix und liebst die Serien, aber das macht die Aktie nicht automatisch zu einem guten Investment. Emotionale Bindungen können rationale Entscheidungen blockieren und dazu führen, dass du Verluste aussitzt oder Verluste durch Nachkäufe sogar noch vergrößerst.
Für die meisten Privatanleger:innen sind ETFs die bessere Wahl. Sie sind kostengünstig, transparent und einfach handelbar. Vor allem ermöglichen sie dir mit einem einzigen Produkt breit gestreut zu investieren, ganz ohne Einzeltitel-Risiko. Wenn du trotzdem in Einzelaktien investieren willst, dann nur mit einem kleinen Teil deines Kapitals, quasi als Spielgeld, nicht als Basis deines Vermögensaufbaus.
Am Ende ist klar: Einzelaktien können spannend sein aber auch gefährlich. Die Geschichte zeigt immer wieder, wie schnell selbst große Namen scheitern können. Breite Streuung hingegen schützt dich. Sie bringt dir nicht nur mehr Ruhe, sondern langfristig auch oft die bessere Rendite, weil du das vermeidbare Risiko ausschaltest.
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